Sehr geehrte Eltern,

aus aktuellem Anlass wende ich mich mit diesem Informationsschreiben an Sie, um mögliche Gerüchte auszuräumen und Unklarheiten zu beseitigen.

Seit einigen Wochen gibt es europaweit "friday-for-future-Demonstrationen", die aus guten Gründen durchgeführt werden und daher in Abständen auch in Uelzen stattfinden. Daher gibt es vermehrt den Wunsch, vom Unterricht freigestellt zu werden bzw. fehlen einige Schüler unentschuldigt.

Der SER hat intensive Gespräche mit der Schulleitung zu diesem Thema geführt, wie am LeG zu verfahren ist. Das Ergebnis möchte ich hiermit offiziell darstellen:

1. Die Schulleitung hat keine rechtliche Möglichkeit, Schüler für eine Demonstration (auch wenn sie aus wichtigem Grund stattfindet) von der Schulpflicht zu befreien.

2. Neben den fff-Demonstrationen gäbe es auch einige andere gesellschaftliche und globale Entwicklungen gegen oder für die man mit gutem Grund demonstrieren kann. Wer sollte abwägen, welche Demonstration sinnvoll ist und eine Schulbefreiung rechtfertigt und welche nicht. Das kann in einer Demokratie nicht verordnet werden. Vielmehr steht es im Ermessen jedes Einzelnen, an einer Demonstration teilzunehmen.

3. Systembedingt kommt es schon jetzt -und in der Zukunft vermehrt- zu Unterrichtsausfällen, die zu Recht von den Eltern, Schülern und Lehrern kritisiert werden. In solch einer Situation kann man nicht verantwortungsvoll zusätzlich Unterricht ausfallen lassen. Insbesondere weil die Schulleitung für die Durchführung der Schule verantwortlich ist und nicht für den Erfolg (wenngleich sinnvoller) Demonstrationen. Auch hier muss auf die Entscheidungsfreiheit derjenigen verwiesen werden, die an einer Demonstration teilnehmen wollen.

4.  Es gibt seitens der Schule am LeG keine Abstrafungen für diejenigen Schüler, die an einer Demonstration teilnehmen. Ihr unentschuldigtes Fehlen wird lediglich als solches vermerkt, hat aber keine Konsequenz (sofern ein bestimmtes den Verordnungen entsprechendes Maß nicht überschritten wird).

5. Im Gegensatz zu anderen Schulen im Landkreis müssen die unentschuldigt versäumten Stunden am LeG nicht nachgeholt werden. Das ist das Entgegenkommen der Schulleitung zur Teilnahme an den Demonstrationen.

6. Auf eine Einschränkung möchte ich jedoch deutlich hinweisen: Wenn an dem Tag des unentschuldigten Fehlens eine Klassenarbeit, eine Klausur oder ein Test angesetzt wurden bzw. ein Referat gehalten werden sollte, dann muss dieses rechtlich als Leistungsverweigerung bewertet werden und wird mit einer 6 bzw. Null Punkten bewertet. Das ergibt sich aber aus dem unentschuldigten Fehlen und nicht aus der Teilnahme an der Demonstration.

 

Ich hoffe, mit diesen Informationen Klarheit in die Diskussion bringen zu können, und bitte darum, diese Information weiterzutragen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dirk Jaskolla